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Slow Tech — Technik, die hält

Slow Tech — Technik, die hält

Ein Geständnis

Ich bin leidenschaftlicher Informatiker. Ich habe als Kind Geräte auseinandergebaut, um zu verstehen, was drin ist. Ich liebe Systeme — wie sie zusammenspielen, wie Information fliesst, warum etwas funktioniert und warum nicht.

Gleichzeitig bin ich jemand, der im Garten Permakultur betreibt. Der beobachtet, wie ein gesunder Boden funktioniert — aufgebaut über Jahre, gepflegt durch kleine regelmässige Handlungen, nicht durch einmalige spektakuläre Eingriffe. Der weiss, dass ein System, das sich selbst trägt, wertvoller ist als eines, das ständige externe Inputs braucht.

Das klingt nach zwei verschiedenen Welten. Für mich sind es zwei Seiten derselben Sache.

Was Permakultur mit IT zu tun hat

Permakultur ist keine Gartenmethode. Es ist eine Denkweise: Beobachte zuerst. Verstehe das System, bevor du eingreifst. Baue auf das, was schon da ist. Vermeide Verschwendung. Entwerfe für Langlebigkeit.

Das klingt nach gesundem Menschenverstand — und ist es auch. Nur dass diese Prinzipien in der IT-Branche erstaunlich selten anzutreffen sind.

Die Branche lebt von Erneuerungsdruck. Neues Betriebssystem. Neue Version. Neues Gerät. Neues Abo. Neues Feature, das das alte ablöst, bevor man das alte überhaupt verstanden hat. KMU und Privatpersonen rennen hinterher — mit steigenden Kosten, wachsender Abhängigkeit und dem Gefühl, nie ganz up to date zu sein.

Ich glaube, dass das nicht sein muss.

Fünf Prinzipien, die meine Arbeit leiten

1. Erst beobachten, dann handeln.
Ich frage viele Fragen, bevor ich anfange. Was haben Sie? Wie arbeiten Sie? Was stört wirklich? Oft steckt das Problem woanders als vermutet.

2. Langlebigkeit über Aktualität.
Ich empfehle Lösungen, die in drei Jahren noch sinnvoll sind. Nicht die neuste Version, die in zwölf Monaten wieder veraltet ist.

3. Reparieren vor Ersetzen.
Ein Gerät, das repariert werden kann, wird repariert. Ein System, das optimiert werden kann, wird optimiert. Neuanschaffungen empfehle ich nur, wenn es wirklich Sinn macht.

4. Erklären, nicht nur lösen.
Wer versteht, was passiert, ist weniger abhängig. Ich erkläre, was ich tue — damit Sie beim nächsten Mal mehr selbst können.

5. Keine Komplexität, die nicht nötig ist.
Jede unnötige Funktion, jedes überflüssige Abo, jedes Tool, das niemand versteht, ist ein Problem, das noch nicht passiert ist. Einfach ist meistens besser.

Was ich mit «Slow Tech» meine

Slow Tech ist keine Verherrlichung alter Technik. Es geht nicht darum, auf Fortschritt zu verzichten.

Es geht darum, zu fragen: Brauchen wir das wirklich? Was leistet es, das bisher Fehlende? Und wie lange wird es das tun?

Ein Beispiel: Ein Laptop aus dem Jahr 2018 ist für die meisten Aufgaben in einem KMU völlig ausreichend — wenn er gepflegt wurde, wenn das Betriebssystem aktuell ist, wenn die SSD sauber ist. Statt ihn wegzuwerfen, weil er «alt» ist, schaue ich, was er noch leisten kann. Meistens: viel.

Ein anderes Beispiel: Microsoft 365 ist ein mächtiges Werkzeug. Aber die meisten Betriebe nutzen 10–20 % davon. Statt immer mehr Funktionen einzuführen, frage ich: Was brauchen Sie wirklich? Was können Sie realistisch im Alltag einsetzen? Und was erzeugt nur Komplexität?

Das ist Slow Tech: Die richtige Lösung für die wirkliche Situation — nicht das Neuste für das Neuste.

Nachhaltigkeit in der IT — was das konkret bedeutet

Nachhaltigkeit in der IT hat viele Gesichter. Einige, die mir wichtig sind:

Gerätelebensdauer verlängern
Jeder PC, der drei Jahre länger läuft, spart Ressourcen — Rohstoffe für die Produktion, Energie für die Entsorgung, Geld für die Anschaffung. Ich helfe, Geräte länger nutzbar zu halten.

Daten sparsam halten
Cloud-Speicher ist nicht gratis — nicht finanziell und nicht ökologisch. Daten, die niemand mehr braucht, müssen trotzdem gespeichert, gesichert und übertragen werden. Ich helfe, digitale Ablagen zu ordnen und zu entrümpeln.

Strom und Energie
Geräte, die rund um die Uhr laufen, obwohl sie es nicht müssen. NAS-Systeme, die auf maximale Leistung konfiguriert sind, aber nie ausgelastet werden. Kleines Einsparpotenzial, grosse Wirkung über Jahre.

Faire Weitergabe
Wenn ein Gerät wirklich ausgedient hat, fachgerechte Datenlöschung und sinnvolle Weitergabe — an Vereine, Schulen, Secondhand-Kanäle. Nicht in die Schublade, nicht in den Müll.

Was das für Sie als Kundin oder Kunde bedeutet

Ich werde Ihnen nie etwas verkaufen, das Sie nicht brauchen. Ich werde Ihnen sagen, wenn eine Reparatur sinnvoller ist als ein Neukauf. Ich werde ehrlich sein, auch wenn das bedeutet, dass ein Auftrag kleiner wird.

Das ist keine Selbstlosigkeit. Es ist meine Art, langfristige Beziehungen aufzubauen. Wer einmal erlebt hat, dass jemand ehrlich mit ihm ist — der kommt wieder. Und empfiehlt weiter.

Ich bin ein Ein-Personen-Betrieb in Spiez. Mein Ruf ist mein Kapital. Den pflege ich — wie den Boden im Garten.

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Ein Gedanke zum Schluss

In der Permakultur gibt es das Prinzip des «Edge Effect»: Die fruchtbarsten Stellen sind oft dort, wo zwei verschiedene Systeme aufeinandertreffen — Wald und Wiese, Wasser und Land. An diesen Übergängen entsteht die grösste Vielfalt.

Ich stehe gerne an diesen Übergängen: zwischen Technik und Mensch, zwischen Effizienz und Verständlichkeit, zwischen dem, was möglich ist, und dem, was wirklich gebraucht wird.

Das ist EIL-Support.

Über Emanuel Schmid

Informatiker aus Spiez, aufgewachsen mit dem Schraubenzieher in der Hand und dem Garten als zweitem Lernort. Über 20 Jahre Erfahrung in IT-Support, Systembetreuung und digitaler Bildung. Weit draussen im Berner Oberland — und trotzdem immer erreichbar.

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